Gutenberg-Gymnasium Erfurt

  /  Neuigkeiten aus den Fachbereichen   /  Religionsfahrt nach Königsmünster

Religionsfahrt nach Königsmünster

Als Herr Brinkmann uns erstmals vorgeschlagen hatte, als Religionskurs ins Kloster Königsmünster in Meschede zu fahren, hatte niemand von uns eine Ahnung, was wir erwarten sollten. Selbst als wir am 02.06. früh um acht am Erfurter Hauptbahnhof standen, hatte sich das nicht verändert. Abgesehen von Herr Brinkmanns Schwärmen über das Essen war uns der Verlauf des restlichen Aufenthalts ziemlich schleierhaft. Doch ich würde behaupten, dass niemand enttäuscht oder gar negativ geprägt wieder gegangen ist, ausgenommen der wirklich grenzwertigen Gruppenbilder, die am letzten Tag entstanden. Da hat selbst der automatische Beautyfilter nicht mehr geholfen.

Unsere Tage waren durch die festen Essenszeiten und unser Programm mehr oder weniger fest gegliedert, doch die Inhalte waren recht flexibel und je nach Tag auf verschiedene Themen fokussiert, welche wir immer vormittags behandelten. Es ging über die Tage verteilt unter anderem um die eigene Persönlichkeit, verschiedene Einwirkungen aus unserer Umgebung, Mut und was dieser für uns bedeutet, sowie die Zukunft und was uns wohl erwarten kann. Man hätte teils meinen können, dass wir gemeinsam in einer Gruppentherapie säßen, nur machten die jeweiligen Aktivitäten zu den Themen mehr Spaß. Zudem gab es viel Abwechslung, was das Programm auflockerte. So hatten wir eine nette Bandbreite zwischen Meditationen, kreativen Einzelaktivitäten bis hin zu Gruppenspielen wie Werwolf, was während der Woche auch außerhalb des Programms zum Highlight wurde. Selbst Herr Brinkmann, der von den Aktivitäten und der Planung des Klosters und somit unserer Betreuerin Petra außen vor war, musste sich beim abendlichen Werwolfspiel das ein oder andere Mal als Dorfmatratze behaupten.

Der Nachmittag war unserer Freizeit gewidmet und wir konnten uns die Zeit vertreiben, wie wir wollten. Dabei war es uns freigestellt, ob wir in die Stadt gehen wollten, oder in der ‚Oase‘, also dem Gästehaus des Klosters, wo wir untergebracht waren, blieben. Am Mittwochnachmittag führte uns Anno, einer der Mönche des Ordens, zur nahegelegenen Hennetalsperre, von der aus wir auf ganz Meschede und die bildhaft hügelige Umgebung schauen konnten. Doch ansonsten hatten wir vom Mittagessen – welches tatsächlich so gut war, wie Herr Brinkmann versprochen hatte – bis zum Abendessen um 18:00 Uhr Freilauf. Wer wollte, konnte danach im Kirchgebäude an der Abendhore der Mönche teilnehmen. Dabei sprechen, oder besser: singen, diese die jeweils für den Tag festgelegten Psalmen. Dann hatten wir wieder Zeit, uns frei zu beschäftigen, wie zum Beispiel mit der in der ‚Oase‘ vorhandenen Tischtennisplatte oder eben anderen Spielen.

Gegen 22:00 Uhr berief uns Herr Brinkmann dann immer zum Abendkomplet im Meditationsraum ein, der abgedunkelt und bei Kerzenlicht schon ein gewisses kultähnliches Ambiente schuf. Hier gab es immer einen kleinen Rückblick auf den Tag, einen Psalm, ein Gebet und zum Schluss sogar noch ein kleines Nachtlied. Damit war der Tag offiziell beendet, doch auf den Zimmern war es bis um zwölf meist noch nicht dunkel.

Schlussendlich würde ich behaupten, dass sich die Strapazen der achtstündigen Anreise (danke, Deutsche Bahn), Annos wortwörtliches Mordstempo was das Wandern betrifft, sowie die (zumindest durch Kabinen getrennten) Gemeinschaftsduschen voll gelohnt haben. Als eine Zeit um sich und seine Kurskameraden besser kennenzulernen, als kleines Abenteuer außerhalb von Thüringen, aber auch einfach als eine Auszeit von Unterricht und Klausuren.

Text: Teilnehmende Schüler